Countdown für Stille Nacht in Arnsdorf

Kirchenrenovierung im Zeitplan / Landesausstellung und Sonderprogramm im Museum / 30 Veranstaltungen

Salzburger Landeskorrespondenz, 01.06.2018

(LK) Der Countdown läuft. Auch in Arnsdorf im nördlichen Flachgau laufen die Vorbereitungen für das Stille Nacht-Jubiläumsjahr auf Hochtouren: Die Sanierung der Wallfahrtskirche „Maria im Mösl“ ist voll im Gange. Dieser Tage wurde das Gerüst abgebaut. Im Museum wird es neben der Landesausstellung auch ein eigenes Vermittlungsprogramm für Kinder geben. Und unter dem Motto „Begegnung in Frieden“ ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant. All diese Projekte werden maßgeblich vom Land Salzburg unterstützt.

Mehr als zwanzig Jahre, von 1807 bis 1829, wirkte Franz Xaver Gruber als Lehrer, Komponist, Mesner und Organist in Arnsdorf, das heute zur Gemeinde Lamprechtshausen gehört. Hier, im ältesten noch verwendeten Schulhaus Österreichs, dürfte er auch vor 200 Jahren die Melodie zu dem Weihnachtslied komponiert haben.

Wo die Melodie entstand

Heute ist darin auch das Stille Nacht Museum untergebracht, in dem am 30. September ein Teil der großen dezentralen Landesausstellung eröffnet wird. Für Kinder und Jugendliche wird ein eigenes Vermittlungsprogramm angeboten, bei dem die Alltags-, Lebens- und Schulverhältnisse zu Grubers Zeiten im Mittelpunkt stehen. Das Land fördert dieses mit 20.000 Euro und die Veranstaltungsreihe „Begegnung im Frieden“ des Vereins Stille Nacht Arnsdorf mit 10.000 Euro. Etwa ein Dutzend der 30 Programmpunkte findet in der benachbarten Wallfahrtskirche „Maria im Mösl“ statt.

Fünf-Jahres-Plan zur Kirchensanierung

Das Gotteshaus wurde im Jahr 1520 eingeweiht. Es handelt sich um einen im Kern gotischen, einschiffigen Bau mit barocker Innenausstattung – zuletzt nicht in sehr gutem Zustand. „Um zum 500-Jahre-Jubiläum wieder in neuem oder besser altem Glanz zu erstrahlen, haben wir im Jänner 2016 eine großangelegte und vollständige Sanierung begonnen. Die wird dann im Juni 2020 abgeschlossen sein“, berichtet Balthasar Gwechenberger, der Obmann des Renovierungsausschusses. Außen sind die Arbeiten bereits nächste Woche fertig und bis zum Herbst wird dann noch innen weitergearbeitet. „Wir haben uns eng mit den Organisatoren der Stille Nacht-Jubiläumsveranstaltungen abgestimmt. Da wird sicher nichts verhüllt sein“, verspricht Gwechenberger.

Kirche kann wieder atmen

Nach der Dachsanierung wurde der komplette alte Mauerputz außen bis zu einer Höhe von drei Metern abgetragen. Da dieser sehr hohe Anteile an Zement aufwies musste er unbedingt weg – somit kann die Kirche nun wieder „atmen“, das heißt die Feuchtigkeit aus dem Innenraum kann nach außen entweichen.

Beton statt morschem Holz

Als nächstes erfolgte die umfassende Fundamentsanierung: die Kirche stand nämlich auf morschen und defekten Holzpfählen. Durch unter das Fundament eingespritzte Betonsäulen wurde der Bau statisch stabilisiert.

Da war der Wurm drin

Außerdem rückte man vor zwei Jahren auch den Schädlingen, die sich im Holz der Kirchenausstattung eingenistet hatten, mit Gas zu leibe. Nach dieser Aktion ist der Holzwurm nun Geschichte.

Fertigstellung bis 2020

Nach der Außensanierung wird nun der Innenraum nach und nach saniert, derzeit die Sakristei und die Wände und danach die Seitenaltäre, der Rest der Einrichtung sowie die Friedhofsmauer. Ziel ist, bis 2020 alles komplett fertig zu haben.

Die Gesamtkosten werden aktuell auf rund 1,75 Millionen Euro geschätzt. Ein Drittel davon übernimmt die Erzdiözese. Die Gemeinde Lamprechtshausen trägt 500.000 Euro bei. Knapp 170.000 Euro kommen vom Bundesdenkmalamt und 150.000 Euro aus dem Budget zur Erhaltung des kulturellen Erbes des Landes. Etwa 100.000 Euro sind bisher durch Spenden und Sammelaktionen zusammengekommen. LK_180601_20 (kg/ram)

Rückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.

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