OBERNDORF

Das Lied erklingt zum allerersten Mal

Oberndorf liegt rund 20 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg und hat als Stille-Nacht-Gemeinde weltweiten Ruhm erlangt. Joseph Mohr war in der Schiffer-Gemeinde, die erst zwei Jahre zuvor von Laufen auf bayerischer Seite getrennt wurde, von 1817 bis 1819 als Hilfspriester tätig. Der Lehrer von Arnsdorf, Franz Xaver Gruber, verdiente sich in Oberndorf sein Zubrot als Organist. Aus der Begegnung der Männer wurde eine Freundschaft und dieser ist das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu verdanken. Am Nachmittag des 24. Dezembers 1818 überreichte der Hilfspriester Mohr dem Lehrer Gruber sein 1816 verfasstes Gedicht mit der Bitte, dieses zu vertonen. Am Abend desselben Tages trugen es die beiden Männer zweistimmig und nur von Mohr auf der Gitarre begleitet, nach der Christmette vor.

Als Joseph Mohr im Jahre 1817 seinen Dienst in Oberndorf antrat, war in der einst blühenden Stadt an der Salzach nichts mehr so wie in den Jahren davor. Die Bevölkerung litt unter den Folgen des Krieges, an Hunger und Armut. Josef Mohr wurde zudem von seinem Pfarrherrn und Vorgesetzten Georg Heinrich Nöstler das Leben schwer gemacht: Der verbitterte, alte Mann ließ kein gutes Haar an Mohr, warf ihm „Unbrauchbarkeit“ und das Singen „oft nicht erbaulicher Lieder“ vor. Zudem mische sich der junge Hilfspriester – so seine Meinung – zu sehr unters Volk. Dem war das allerdings ganz recht: Während der grantige Nöstler in Maria Bühel wohnte, bezog Joseph Mohr seine karge Unterkunft im Mesnerhaus und verköstigte sich mangels einer eigenen Küche und Köchin im nahe gelegenen Gasthaus. Mit Franz Xaver Gruber verband ihn hingegen eine Freundschaft, die ein Leben lang andauern sollte.

Stille-Nacht-Museum Oberndorf

„Die Botschaft von Stille Nacht“

29.09.2018 – 03.02.2019

Texte & Fotos © SalzburgerLand Tourismus GmbH