HALLEIN

Franz Xaver Grubers Ort der Originale

Franz Xaver Grubers sehnlichster Wunsch, sich vermehrt auf die Musik zu konzentrieren, erfüllte sich 1835, als er zum Chorregenten, Choralisten und Organisten der Pfarrkirche von Hallein ernannt wurde. Es scheint, als sei der 47-jährige Lehrer endgültig am Ort seiner Berufung angekommen. Neben der Kanzleiarbeit konnte er in den 28 Jahren, die er in Hallein lebte, auch seine rege kompositorische Tätigkeit entfalten: Es entstand eine Reihe kirchenmusikalischer Werke und Kompositionen für die bürgerliche Musikpflege. Auch das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht! beschäftigte Gruber in Hallein noch weiter. Am 12. Dezember 1836 verfasste er die so genannte Halleiner Fassung mit Orgelbegleitung. Um die Jahre 1845 und 1850 entstanden zwei weitere Fassungen des Komponisten. Die Halleiner Fassung spielte Gruber jährlich am 24. Dezember. Zudem komponierte und wirkte er an vielen musikalischen Veranstaltungen auch außerhalb Halleins mit.

Der Chorregent Gruber wurde in diesen wirtschaftlich schwierigen Jahren also sicherlich nicht von Geld- und Fördermitteln überschwemmt, aber wenn es um die Musik ging, fand er Mittel und Wege. Die Wege zwischen den Orten waren beschwerlich und weit. Öffentliche Postkutschen gab es wenige und die Fahrten waren teuer. Aus Briefen ist bekannt, dass Franz Xaver Gruber regelmäßig die rund 13 Kilometer lange Strecke nach Salzburg oder Maria Plain wanderte, um dort musikalischen Aufführungen beizuwohnen. Auch erhielt er in Hallein nachweislich Besuch von seinem Freund Joseph Mohr: Ein Tagesmarsch von Wagrain nach Hallein war zu dieser Zeit durchaus eine übliche Leistung, oder er nahm die Postkutsche.

Im Jahr 1841 starb Franz Xaver Grubers zweite Frau Maria Breitfuß. Seine dritte Ehe schloss er ein Jahr später mit der Freundin seiner zweiten Frau, der Schuhmacherwitwe Katharina Rieser (verwitwete Wimmer) aus Böckstein.

Franz Xaver Grubers Söhne traten in die musikalischen Fußstapfen ihres Vaters: Der Ältere, Franz (*1826), gründete 1847 einen Gesangsverein und 1849 die noch heute existierende Halleiner Liedertafel. Der Zweitgeborene, Felix (*1840), folgte seinem Vater als Halleiner Chorregent nach. In Hallein verfasste Franz Xaver Gruber am 30. Dezember 1854 auch die „Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes“: Darin stellte er die Urheberschaft und die Herkunft von Text und Melodie von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ klar und räumte alle falschen Vermutungen, dass das Lied aus dem Zillertal stamme oder von Michael Haydn komponiert worden sei, aus der Welt.

Drei der vier erhaltenen Stille Nacht! Heilige Nacht! Autographen von Gruber sind in Hallein zu sehen.

Franz Xaver Gruber starb 1863 in Hallein als angesehener und relativ wohlhabender Mann an Altersschwäche.

Stille Nacht Museum Hallein

„Dem Komponisten begegnen – F.X. Gruber“

29.09.2018 – 03.02.2019

Texte & Fotos © SalzburgerLand Tourismus GmbH