MARIAPFARR

Wurzeln und Inspiration für Joseph Mohr

In Mariapfarr trat Joseph Mohr seine erste Stelle als Hilfspfarrer an: Er lernte seinen Großvater kennen und verfasste 1816 das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Es war, als hätte der junge Priester zu seinen Wurzeln zurückkehren müssen, um Neues zu schaffen. Die Menschen litten unter Hunger und Armut und dennoch hielt dieser junge Kooperator unerschütterlich an seinem Glauben fest: Sein Gedicht ist unsterbliches Zeugnis davon.

Der junge Hilfspriester war im Salzburger Lungau mehr als gefordert. Doch seine leutselige Art – damals für Geistliche keinesfalls selbstverständlich – half ihm, Vertrauen aufzubauen: Er berührte die Menschen, verstand die Keuschler, die Armen und die Kinder. Die vielen Kriegsjahre hatten die Bevölkerung finanziell ausgeblutet. Der hohe Getreidepreis und die Ernteausfälle bedrückten die ländliche Bevölkerung zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund verfasste Joseph Mohr 1816 das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ mit sechs Strophen. Ungewöhnlich für die damalige Zeit, aber typisch für Joseph Mohr: Er schrieb es in Deutsch. Auch die Christmette in der Pfarrkirche „Unsere Liebe Frau“ wurde auf Latein und Deutsch gesungen, was wohl Inspiration für Joseph Mohr gewesen sein mag. Das Gedicht bringt zum Ausdruck, woraus Joseph Mohr in dieser schweren Zeit Hoffnung schöpfte: Aus dem unumstößlichen Glauben und an die Rettung der Welt, die sich im Wunder der Weihnacht offenbart.

Joseph Mohr lernte in Mariapfarr auch seinen Großvater väterlicherseits kennen. Er besuchte sowohl dessen Geburtshaus, die „Scharglerkeusche“, als auch dessen letzten Wohnort, die „Haasenkeusche“. Joseph Mohrs Großvater verstarb 1816, begleitet von seinem Enkelsohn.

Nach seinem zweiten Winter in Mariapfarr machten sich bei Joseph Mohr die ersten Anzeichen einer Lungenkrankheit bemerkbar: Im August 1817 verließ er den Lungau und kehrte zur Rekonvaleszenz in die Stadt Salzburg zurück.

Stille Nacht Museum Mariapfarr

„Stille Nacht auf den Weg gebracht“

29.09.2018 – 03.02.2019

Texte & Fotos © SalzburgerLand Tourismus GmbH