So fördert „Stille Nacht!“ Integration und Kreativität

Haslauer: Zehn Projekte werden im Jubiläumsjahr mit jeweils 10.000 Euro unterstützt / 112 Projekte aus allen Bezirken

(LK) Ein integratives Handwerksprojekt für Jugendliche, Lerncafés, Veranstaltungen rund um die dezentrale Landesausstellung „Stille Nacht“ oder Aufführungen von Messen von Franz Xaver Gruber – dies sind einige der zehn Projekte in Salzburger Gemeinden, die vom Land im Stille-Nacht-Jubiläumsjahr 2018 mit jeweils 10.000 Euro unterstützt werden. Insgesamt 32 kreative und innovative Vorhaben fördert das Land heuer mit 300.000 Euro.

„Bei der Ausschreibung haben wir die vielschichtige Bedeutung des Liedes und seiner Botschaft für das Bundesland Salzburg und für die gesamte Welt in den Mittelpunkt gestellt“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. 112 Anträge aus allen Bezirken sind eingelangt. Vom Kuratorium der Stille Nacht 2018 GmbH und auf Empfehlung des Fachbeirats wurden die 32 Siegesprojekte ausgewählt. Für diese gibt es nun Förderungen zwischen 5.000 und 20.000 Euro (siehe dazu auch die Landeskorrespondenz-Meldung „So ein Theater rund um ‚Stille Nacht!‘„)

72 Stunden Aufmöbeln für stille Nächte

Ein integratives Projekt mit mehreren Partnern, bei dem die Themen Mitmenschlichkeit, Frieden und Verschiedenheit eine zentrale Rolle spielen, trägt den Titel „72 Stunden Aufmöbeln für stille Nächte“. „Einige Tage lang werden dabei Jugendliche gemeinsam mit der Holzgruppe der Lebenshilfe Bischofshofen und unter Anleitung eines erfahrenen Tischlermeisters zusammenarbeiten, zusammenleben und Betten bauen. Jugendliche und Menschen mit Behinderung sollen so auch mehr über den Werkstoff sowie über Nachhaltigkeit erfahren“, erklärt Andreas Huber-Eder von der Katholischen Jugend und zuständig für die Region Lungau, Pongau, Tennengau, die dieses Projekt eingereicht hat. Die Betten sollen den Schriftzug „Der Stille Nacht Ort … wünscht euch eine stille Nacht“ tragen. So erinnert jedes Bett an die Bedeutung des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und an die Orte, die für die Entstehung wichtig waren.

Die vier Jahreszeiten der „Stillen Nacht“

Für ein weiteres integratives Projekt zeichnet die Caritas verantwortlich: Es wird Lerncafés geben, die sich mit dem Lied im Kontext der vier Jahreszeiten auseinandersetzen. Geplant sind Workshops und Ausflüge, die sich der „Stillen Nacht“ aus unterschiedlichen Aspekten nähern und bei denen die Interkulturalität und die Kreativität der Lerncafé-Kinder und der Freiwilligen eine zentrale Rolle spielen.

F.X. Gruber begegnen in Hallein und Arnsdorf

Intensive Begegnungen mit dem Komponisten Franz Xaver Gruber, der nicht nur das Weihnachtslied sondern auch mehrere kirchenmusikalische Werke geschrieben hat, werden in Hallein möglich. Gleich drei Projekte werden dort verwirklicht: Als Rahmenprogramm zur großen, dezentralen Landesausstellung wird es unterschiedliche Veranstaltungen (Konzerte, Theater, Lesungen, Führungen, Wanderungen, Film) in Zusammenarbeit mit Halleiner Kulturschaffenden und Vereinen geben. Eine Förderung gibt es außerdem für einen neuen Familienraum im Stille-Nacht-Museum Hallein, in dem die Ausstellungsinhalte für junge Besucherinnen und Besucher interaktiv, kreativ und innovativ zu erleben sein werden. Als dritter Schwerpunkt wird in Konzerten eine Auswahl von Grubers Mess-Kompositionen präsentiert.

Aufführungen von Gruber-Messen wird es auch in Arnsdorf geben. Die Veranstaltungsreihe dort steht unter dem Motto „Begegnen im Frieden“.

Berndorf setzt ein Denkmal

Der Zeit von Franz Xaver Gruber in Berndorf spürt die Flachgauer Gemeinde nach. „Mit diesem Projekt wird das Bewusstsein in der Bevölkerung gefördert, dass auch wir eine Stille-Nacht-Gemeinde sind“, so der Berndorfer Bürgermeister Josef Guggenberger. Einerseits wird ein Denkmal entstehen, und andererseits wird ein Historiker die Zeit und das Leben von Franz Xaver Gruber in Berndorf im Hinblick auf strukturelle, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen erforschen, gut lesbar aufbereiten und dokumentieren.

Laser-Licht-Installation in Oberndorf

Wo genau stand die alte Nikolaikirche in Oberndorf, in der das Lied zu Weihnachten 1818 erstmals erklang, und wie groß war sie? Das Projekt „Spirit of Silent Night Village“ der Kunstinitiative Kreisverkehr sieht vor, im Stille-Nacht-Bezirk mit einer Lichtinstallation mit Laserkonturen die Dimension des Gotteshauses nachzuformen.

Künstlerisch-spiritueller Reigen mit sieben Stationen

Bei „Suchend – Auf dem Weg zum Sein“ geht es um die existenzielle Sinnsuche von Menschen. „Das Projekt ist ein künstlerisch-spiritueller Reigen durch sieben verschiedene Orte Salzburgs“, so Angelika Bamer-Ebner vom Theaterensemble Brettspiel, das dieses Projekt eingereicht hat. Jede der Stationen steht unter einem anderen Leitthema (Dankbarkeit, Frieden, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Glaube, Hoffnung, Liebe), das sich durch die jeweilige Veranstaltung zieht.

Zeitgenössische Musik zum Thema Stille

Eine zeitgenössische musikalische Auseinandersetzung mit dem Thema Stille verspricht das Projekt des Österreichischen Ensembles für Neue Musik (oenm). Unter dem Titel „Liturgie der Stille“ wird das oenm mit dem Künstlerinnen- und Künstlernetzwerk „ohnetitel“ ein Vorhaben realisieren, in dem es um Schöpfung, Kreativität und Spiritualität geht. Im Mittelpunkt des Abends stehen Oliver Messiaens Komposition „Quatuor pour la fin du temps“ sowie zwei Uraufführungen, die an junge Salzburger Komponierende vergeben werden. Ausgewählte Texte, die szenisch begleitet werden, ergänzen das Programm. 180330_20 (kg/grs)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.03.2018

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